Christoph Reischer - Mokume Gane

 

Das Wort Metall stammt vom griechischen Wort métallon ab. Etwa 75% der chemischen Elemente welche wir heute kennen sind Metalle. Hier möchte ich kurz auf die Metalle und deren Legierungen eingehen welche ich verarbeite.

Die Angaben des Feingehaltes 500, 585, 750,... geben darüber Auskunft wie Hoch der Anteil des Edelmetalls in der Legierung ist.

1000 ist das Gesamte und Feinsilber oder Feingold, etc. haben einen Feingehalt von 999,9.

Zum Beispiel: eine 585er Goldlegierung besteht aus 585 Teilen Feingold und 415 Teile Legierungsmetalle (Silber, Kupfer, Palladium,...)

Gold, Au

Gold und Kupfer sind die einzigen reinen farbigen Elemente.

Kupfer verwende ich im Schmuck nur als Legierungsbestandteil um, wie bei Silber zum Beispiel, die Härte zu erhöhen.

Gold und seine Legierungen sind dagegen sehr wichtig im Schmuckbereich. Eheringe die ständig getragen werden sind hoch beansprucht. Sie kommen täglich hunderte male mit Werkstoffen in Berührung die härter und abrasiv sind. Feingold ist sehr weich, hatt eine schöne satte gelbe Farbe, ist aber nur bedingt für Trauringe geeignet. Aber auch nicht ganz auszuschließen. Wenn die Konstruktion und Oberflächen des Ringes passen kann es durchaus möglich sein, und Sinn machen, Feingold (das gilt auch für Feinsilber & Feinpaladium) im Ehering zu verwenden. Auch in Mokume Gane ausgeführt.


100g Feingoldbarren  ©C.HAFNER.DE

Hauptsächlich kommen jedoch die Farbgoldlegierungen zum Einsatz.

Gelbgold verarbeite ich in Mokume Gane als 585er und 750er Gelbgold. Die 750er Legierung ist etwas satter in der Farbe aber auch etwas Kostenintensiver.

Rotgold verwende ich in Mokume Gane als 585er Legierung. Ich finde die Farbe besser. 750er wäre aber auch denkbar.

Mit Palladium legiertes Weißgold kommt ebenfalls in Mokume Gane zum Einsatz. Hier verwende ich 585er Legierung oder die 750er Graugold Variante. Wenn auch Silber im Mokume Gane verarbeitet ist möchte man in der Regel einen möglichst starken Kontrast haben. Weshalb man dann zu einer möglichst grauen Weißgoldlegierung greift. Oder eben gleich zu Palladium 500.


Bleche aus Rotgold, Gelbgold, Silber & Palladium  ©C.HAFNER.DE

Palladium, Pd

Ich finde Palladium 500 hat das schönste Grau und den schönsten Kontrast zu Silber. Ringe aus Palladium und Silber Mokume Gane lassen sich auch gut in Salbetersäure ätzen. Das Palladium bleibt dabei stehen, es bildet sich ein leichtes Relief welches dem Muster nochmals ein deutliches mehr an Charakter gibt.

Silber, Ag

Silber hat eine angenehme weiße Farbe und übertifft alle anderen Metalle an Reflexionsvermögen, Polierfähigkeit und Glanz. Aber durch den Schwefelgehalt in der Luft läuft es an indem sich eine schwarze Silbersulfidschicht bildet. Für das reine Metall gilt das gleiche wie oben für das Gold. Es ist sehr weich und in der Regel verarbeite ich ausschließlich 925er Sterlingsilber.


Feinsilberbarren & Kupferblech

Titan, Ti

Die Farbe von Titan ähnelt der vom Stahl. Zu Silber hat es einen guten Kontrast. Sollten Sie Interesse an Ringen aus Titan/Silber Mokume Gane haben lassen Sie es mich wissen. Titan zeichnet sich durch eine interessante Kombination von Eigenschaften aus. Es besitzt eine hohe Schmelztemperatur, dabei große Festigkeit und Zähigkeit mit relative niedriger Dichte.

Titan & Silber

Reineisen, Fe

Reineisen besitzt herausragende Eigenschaften für das Schmiedehandwerk. Es ist weitgehend frei von Kohlenstoff und Verunreinigungen. Für Mokume Gane wichtig: Reineisen ist sehr weich und läßt sich wie Kupfer verarbeiten. Es hat ein sehr schönes grau das gut mit Gold und Silber kombiniert. Ringe aus diesen Metallkombinationen finde ich sehr schön, sind jedoch nicht für jeden geeignet.

Reineisen & Kupfer

Kupfer, Cu

Mal von Schmuck abgesehen ist Kupfer und seine Legierungen sicher das wichtigste Metall für Mokume Gane. Wie schon oben erwähnt ist es neben Gold das einzige färbige Metall. Und es verleiht auch vielen anderen Legierungen seine spezifische Farbe. Durch das legieren und patinieren stehen uns so unglaublich viele Farben zur Verfügung. Das Thema ist derart Umfangreich das ich es hier und jetzt nicht zu Ende bringen kann. Ich werde zu einen späteren Zeitpunkt noch mehr darüber schreiben.

 Nickel, Ni

Keine Sorge der kommt nicht in Ihre Ringe;-)

Ich habe Nickel in der Vergangenheit schon zusammen mit Messing in Mokume Gane, für einige Kunstgegenstände, verarbeitet. Nickel ist silbrig weiß und läßt sich sehr gut schweißen, schmieden und walzen.

Reinnickel (hier ockergelb angelassen) & Messing Mokume Gane

 Damaszener Stahl

Damast wird aus mehreren verschiedenen Stählen gefertigt. Entweder klassisch feuergeschweißt oder pulvermetallurgisch. Ich selbst stelle keinen Damast her sondern kaufe diesen zu. Je nach Anwendung von verschiedenen Herstellern für den Zweck maßgeschneidert. Um das Muster sichtbar zu machen wird der Stahl geätzt. Das kann nur kurz und oberflächlich sein oder auch lange. Ich bevorzuge es bei Ringen wenn diese deutlich geätzt sind. Das Muster ist dann auch spürbar ohne dabei unangenehm beim tragen zu sein.

Anmerken möchte ich noch das rostfrei nicht bedeutet das dieser nie rosten kann oder wird. Unter rostfrei versteht man allgemein eine erhöte Beständigkeit gegen Korrosion und Säuren. Praktisch gesehen können Sie Ihre Damastringe immer, auch in Salzwasser, tragen. Sie benötigen keine besondere Pflege.

Im Bild links: Teilaufnahme eines Kochmessers, rechts: Eheringe aus rostfreien Damast